Navigation
 

Die Stiftung

Liebe Leserinnen und Leser,

40 Jahre Bertelsmann Stiftung lassen sich hier natürlich nicht abschließend darstellen, geschweige denn in einem kurzen Vorwort. Dazu ist in dieser Zeit einfach zu viel passiert.

WEITERLESEN

Lassen Sie mich anhand von zwei Schlaglichtern deutlich machen, wie sich unsere Welt in diesen 40 Jahren verändert hat: 1977 kannten die meisten Menschen künstliche Intelligenz nur aus dem ersten Star Wars Film, der gerade ins Kino gekommen war. Heute ist sie unser täglicher Begleiter, zum Beispiel bei der Spracherkennung im Handy oder beim Verkehrsleitsystem auf der Autobahn. 1977 waren China und Indien zwei asiatische Regionalmächte; weite Teile ihrer vorwiegend in der Landwirtschaft arbeitenden Bevölkerung konnten sie kaum ernähren. Heute sind es zwei aufstrebende „Global Player“; ihre wirtschaftlichen Fortschritte machen traditionellen Industriestaaten auf vielen Gebieten Konkurrenz, sorgen aber auch für mehr Wohlstand und Kaufkraft bei einer wachsenden Mittelschicht.

Prof. Dr.-Ing. Werner J. Bauer
Vorsitzender Kuratorium
Bertelsmann Stiftung

Genau wie die Welt um die Stiftung herum hat sich auch die Stiftung selbst verändert – ja gerade deshalb verändern müssen. Sie greift heute viele Themen auf, die sie 1977 noch nicht behandelt hat. So setzt sie sich nun unter anderem mit dem Thema Algorithmen im Alltag auseinander, damit wir die Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz verstehen. Sie hat mittlerweile ein eigenes Asienprogramm eingerichtet, das der Transformation dieses Kontinents und seinen Folgen nachgeht.

In meiner Wahrnehmung ist jedoch in all dieser Zeit eines unverändert geblieben: der hohe Anspruch, den Gründerfamilie, Mitarbeiter und Öffentlichkeit an die Arbeit der Stiftung stellen. Wenn ich diesen Anspruch in einem Dreiklang in meinen eigenen Worten zusammenfassen müsste, würde ich sagen: Die Stiftung stellt wichtige Fragen an unsere Gesellschaft. Sie sucht dafür überall gründlich nach möglichen Antworten. Sie übersetzt die besten Antworten in praxistaugliche Vorschläge.

Lassen Sie mich kurz erläutern, was ich damit meine und verbinde.

„Fragen stellen“ – Reinhard Mohn hat der Stiftung einen wichtigen Auftrag erteilt, der nie alt werden wird: Unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu gestalten. Dafür muss die Stiftung sich mit den großen Themen und Trends auseinandersetzen, die unser Leben heute und in den kommenden Jahren bestimmen werden. Die Stiftung muss dabei einen langen Atem haben und den Blick über die Kurzatmigkeit der Tagespolitik hinaus richten – Sie ist keine Sprinterin, sondern eine Marathonläuferin.

„Antworten suchen“ – Die Stiftung orientiert sich am aktuellen Stand der Forschung und der Empirie. Sie muss überparteilich und sachorientiert arbeiten. Genauso wichtig ist für sie der Blick über den nationalen Tellerrand hinaus. Diese Arbeitsweise wird in einer Zeit, in der „postfaktisch“ zum Wort des Jahres gekürt wird und Populisten der Weltoffenheit den Kampf angesagt haben, zwar nicht einfacher; aber dafür umso wichtiger. Die Stiftung muss hier ihre Argumente weiterhin mit ruhiger Bestimmtheit vortragen – Sie ist keine Lautsprecherin, sondern eine Moderatorin.

„in Vorschläge übersetzen“ – Ob die Ideen der Stiftung aufgegriffen werden, hängt davon ab, ob sie einen greifbaren Mehrwert für die Menschen schaffen. Sie muss ihre Vorschläge im ständigen Austausch mit ihren Zielgruppen erarbeiten und weiterentwickeln. Als jemand, der selbst aus der akademischen Forschung kommt, weiß ich den Wert theoretischer Grundlagenarbeit sehr zu schätzen. Aber der Maßstab für die Ergebnisse der Stiftungsarbeit ist nicht ihre Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift, sondern ihre Anwendung in der Lebenswirklichkeit – Sie ist kein Elfenbeinturm, sondern eine Werkstatt.

Im Kuratorium bemühen wir uns, unsere unterschiedlichen Erfahrungen und Kenntnisse einzubringen, damit die Stiftung diesem hohen Anspruch auch weiterhin gerecht werden kann. Ich empfinde diese Aufgabe als Verpflichtung, aber noch mehr als Vergnügen. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich wieder nach Gütersloh kommen und dazu beitragen kann, ein großartiges Erbe zu bewahren und weiterzuentwickeln. Darum wünsche ich der Stiftung auch für die nächsten 40 Jahre und noch lange darüber hinaus, viele gute Fragen, Antworten, Lösungen und damit viel Erfolg.
Auch in den vergangenen 14 Jahren, in denen ich die Stiftung als Kurator bereits begleiten durfte, hat sich viel verändert. Aber auch hier ist eines gleich geblieben: Meine große Begeisterung für die Arbeit der Stiftung.

Liebe Leserinnen und Leser,
ich würde mich sehr freuen, wenn die nächsten Seiten etwas dazu beitragen, dass diese Begeisterung auch sie erfasst und sie die Arbeit der Stiftung auch in Zukunft auf Veranstaltungen, in den sozialen Medien oder in anderen Publikationen verfolgen.

Ihr
Werner J. Bauer

Der Vorstand

Der Vorstand leitet die Geschicke der Bertelsmann Stiftung und teilt sich die Verantwortung für die Programme und das Auslandsbüro in Brüssel sowie für die Stiftungen in Barcelona und Washington D.C.

Dr. Jörg Dräger,
Mitglied des Vorstandes
Dr. Brigitte Mohn,
Mitglied des Vorstandes
Liz Mohn,
Stellv. Vorsitzende des Vorstandes
Aart De Geus,
Vorstandsvorsitzender
„Start-ups passen nicht nur nach Berlin, sondern auch nach Ostwestfalen. Hier ziehen alle an einem Strang und ein lebendiges Ökosystem für Gründer entsteht.“
Dr. Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung
„Wir müssen schneller werden und gleichzeitig langfristig denken, wollen wir den digitalen Wandel mit allen Folgen für die Menschen
gestalten.“
Dr. Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung
„Die Stiftung ist seit vier Jahrzehnten ein einzigartiger Ort, an dem aktuelle Probleme analysiert und Lösungen erdacht und umgesetzt werden.“
Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung
„Die EU ist der einzig vernünftige Weg, den die europäischen Nationalstaaten im 21. Jahrhundert einschlagen sollten.“
Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung
60

Projekte werden parallel in 2017 bearbeitet

380

Mitarbeiter hat die Bertelsmann Stiftung, verteilt auf vier Standorte: Gütersloh, Brüssel, Barcelona und Washington D.C.

180

Veranstaltungen führte die Bertelsmann Stiftung im Jahr 2016 durch

Fotonachweis: Thomas Kunsch, Jan Voth, Kai Uwe Oesterhelweg
Seite teilen