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GESUNDHEIT AKTIVIEREN

Ein Jubiläum ist immer ein Moment, auf das Geleistete zurückzuschauen und es zu würdigen. Es ist aber gleichzeitig Anlass und Auftrag für die Bertelsmann Stiftung, nicht still zu stehen und die zukünftigen Herausforderungen für uns Menschen in unserer Welt in den Fokus zu nehmen.

Gesundheit aus dem Netz

AUTOREN: Steffan Heuer, Thomas Röbke
BILDNACHWEIS: Shutterstock / blackzheep, Shutterstock /Jne Valokuvaus

Der Schrittzähler berichtet ans Smartphone, der Pulsmesser im Brustgurt spricht mit der Uhr, die Waage im Badezimmer tauscht sich mit einem Gesundheitsportal im Web aus: Mobile Apps erlauben es, Symptome zu erkennen und mögliche Erklärungen einzugrenzen, lange bevor man im Wartezimmer Platz nimmt. Diabetiker können …

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… ihren Blutzuckerwert verfolgen und sich an die nächste, bedarfsgerechte Dosis Insulin erinnern lassen. Patienten und ihre Familien tauschen sich in Diskussionsgruppen aus, können sich im Netz über Therapieoptionen informieren.  Ärzte, Krankenhäuser und Patienten – so die Perspektive – sind digital miteinander vernetzt und haben jederzeit Zugriff auf Befunde, Laborwerte oder wichtige Dateien aus der Bildgebung.

Mündigere Patienten

Noch nie hatten Patienten und ihre Angehörigen einen besseren Zugang zu derart umfassenden Informationen. Das Internet in jeder Tasche, gepaart mit einer wachsenden Anzahl von Sensoren an immer mehr Körpern, schafft ein digitales Nervensystem, bei dem jeder Mensch Messgröße und Forscher zugleich ist. In zwei Jahren wird der jährliche Absatz sogenannter Wearables bei mehr als 150 Millionen Geräten liegen (Quelle: International Data Corporation)

Das schafft informiertere Patienten, die besser vorbereitet in ein Beratungsgespräch mit ihrem Arzt gehen und ihre eigene Therapie aufmerksamer verfolgen können. Und es fordert von medizinischen Fachkräften, den Blick über die eigene Praxis hinaus auszuweiten und ihr Wissen und ihre Erfahrungen als Teil eines dynamischeren, von Daten getriebenen Gesundheitswesens zu begreifen.

Experten schätzen, dass es weltweit mehr als 100.000 Apps zu Sport, Fitness und Gesundheit gibt. Die 20 beliebtesten hatten 2013 mehr als 230 Millionen Nutzer.

150

Mio. Wearables

werden bis 2019 jährlich verkauft (Prognose: Internal Data Corporation)
100000

Gesundheitsapps

gibt es schätzungsweise auf dem Markt
230

Mio. Nutzer

greifen auf die 20 beliebtesten Gesundheitsapps zu

Jede zweite Diagnose falsch

Allerdings, noch funktioniert nicht alles so wie es soll – Beispiel „Symptomchecker“: Einer Studie der Harvard Medical School zufolge liegen Websites und Apps, in die man seine Symptome eingibt, bei jeder zweiten Diagnose falsch. Dazu tippten die Harvard-Forscher 45 fiktive Befunde, die sonst zu Ausbildungszwecken verwendet werden, in 23 beliebte Symptomchecker-Sites ein.

Fazit: Nur eine von drei Sites identifizierte den richtigen Befund, bei knapp zwei Dritteln war die korrekte Antwort in einer Liste von 20 anderen möglichen Diagnosen versteckt. Insofern sind Online-Tools auf dem Weg zum mündigen Patienten nur ein erster Schritt, den man mit Vorsicht gehen sollte. „Sie sind besser als eine wahllose Internet-Suche, aber sie ersetzen nicht den Termin beim Arzt, um eine gründliche Untersuchung und Diagnose zu erhalten“, erklärt Dr. Ateev Mehrotra, Leiter der Harvard-Studie.

„Die neuen digitalen Angebote geben Patienten die Möglichkeit, kompetenter und selbstbestimmter zu agieren – ob durch individuell zugeschnittene Informationen und Entscheidungshilfen, den Austausch mit anderen Betroffenen oder durch selbst gesteuerte Therapien, etwa in Form von Online-Kursen.“
Timo Thranberend, Leiter „Der digitale Patient“

Die Bertelsmann Stiftung setzt sich im Projekt „Der digitale Patient“ mit dem Einfluss der Digitalisierung auf die Gesundheitsversorgung auseinander. Dabei geht es ihr nicht um das technologisch Machbare, sondern darum, Chancen und Risiken abzuwägen sowie nutzenstiftende Strategien zu entwickeln. Das Ziel: der größtmögliche Nutzen für Patienten und Gesellschaft.

Plattform für Expertenrat

Das Expertennetzwerk „30 unter 40“ begleitet das Projekt „Der digitale Patient“, um ihm neue Impulse zu geben und den Blick zu weiten – für Themen, Meinungen und Entwicklungen im Feld der digitalen Gesundheit. Zudem ist es Plattform für den Austausch der Experten untereinander. Das Netzwerk versammelt 30 junge Denker aus den unterschiedlichsten Bereichen – aus Start-ups, von Leistungserbringern und Kostenträgern, aus Wissenschaft, Journalismus und Politik.

Das Projekt beschäftigt sich etwa mit der Frage, wie Innovationen schneller in den Versorgungsalltag gelangen, oder welche Möglichkeiten und Grenzen Big Data in der Medizin hat – und eben, wie sich die Digitalisierung auf die Patientenrolle auswirkt: „Die neuen digitalen Angebote geben Patienten die Möglichkeit, kompetenter und selbstbestimmter zu agieren – ob durch individuell zugeschnittene Informationen und Entscheidungshilfen, den Austausch mit anderen Betroffenen oder durch selbst gesteuerte Therapien, etwa in Form von Online-Kursen“, sagt Timo Thranberend, Leiter „Der digitale Patient“. Er beobachte allerdings, dass sich der Markt der Apps vor allem angebotsgetrieben entwickle: „Ein Großteil der Anbieter schielt auf die breite Masse der gesunden Verbraucher. Der Bedarf von Menschen mit Risikofaktoren oder chronisch Kranken spielt eine untergeordnete Rolle. Hier werden die Potenziale noch nicht ausgeschöpft.“ Sicherlich müsse man auch auf mögliche Fehlentwicklungen achtgeben, wie etwa eine neue Form der „Überdiagnostik“ durch Selbstmessung des Patienten.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

Faktencheck Gesundheit mit Eckart von Hirschhausen – Weniger ist mehr
Eckart von Hirschhausen erklärt, warum viel Medizin nicht immer auch viel Gesundheit bringt.
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Der digitale Patient
Blog

Der digitale Patient

AUTOREN: Tanja Breukelchen
BILDNACHWEIS: real444 / iStockphoto.com

Mit ihrem Projekt „Der digitale Patient“ will die Bertelsmann Stiftung mittels Analysen und Konzepten und verschiedenen Diskursformaten dazu beitragen, dass neue technologische Ansätze in den Dienst der Gesundheit gestellt werden. Ein Thema: Was verbirgt sich hinter dem stetig wachsenden Angebot an Gesundheits-Apps und Gesundheitsseiten im Internet? Was ist tatsächlich relevant für die Gesundheitsversorgung? Die Bertelsmann Stiftung hat den Markt systematisch analysiert und ein umfassendes Klassifikationsverfahren für „Digital-Health-Anwendungen“ entwickelt.

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Sieben Anwendungstypen werden in der Studie abgeleitet. Zum Typ „Analyse und Erkenntnis“ gehören etwa Anwendungen, die Gesundheitsdaten punktuell erfassen, unter dem Typ „Indirekte Intervention“ sind zum Beispiel Chroniker-Tagebücher oder Medikamenten-Reminder zusammengefasst. Insbesondere das Smartphone könnte für die Patienten zu einem wichtigen Werkzeug werden. Die Potenziale würden heute allerdings noch kaum genutzt, wenige relevante Anwendungen kommen in der Breite zum Einsatz. So hat die Studie etwa bestätigt, dass sich der Markt vor allem angebotsgetrieben entwickelt und ein Großteil der Angebote von privaten Anbietern aus dem Lifestyle- und Fitness-Bereich stammen.

Digital-Health-Anwendungen für Bürger:  Sieben Typen

Stärkung der Gesundheitskompetenz
Information in Bezug auf Gesundheits- oder Krankheitsanliegen (z. B. Gesundheitsportale, Anbietervergleichsportale)
Analyse und Erkenntnis
Punktuelle Erfassung und Auswertung gesundheitsbezogener Informationen (z. B. Symptom-Checker, Hörtests)
Indirekte Intervention: Förderung der Selbstwirksamkeit, Adhärenz und Sicherheit
Kontinuierliche Erfassung und Auswertung gesundheitsbezogener Informationen (z. B. digitale Chroniker-Tagebücher, Medikamenten-Reminder, Patienten-Communitys)
Direkte Intervention: Veränderung von Fähigkeiten, Verhalten & Zuständen
Prävention oder Therapie (z. B. Online-Kurse, Tutorials, Smartphones als Hörgeräte)
Dokumentation von Gesundheits- und Krankheitsgeschichten
Speicherung und Verwaltung von Daten und Befunden (z. B. elektronische Patientenakten)
Organisation und Verwaltung
Prozessmanagement im Gesundheitswesen (z. B. Online-Geschäftsstellen, Terminvereinbarung)
Einkauf und Versorgung
Einkauf von Produkten (z. B. Online-Apotheken)

Potenziale von Gesundheits-Apps ausschöpfen

Die Stiftung hat aus der Studie acht Thesen zum Status quo des Digital-Health-Angebots für Bürger abgeleitet und in Form eines „Spotlight Gesundheit“ veröffentlicht. Daraus folgend regt sie an, dass Ärzte und Krankenkassen selbst aktiv werden, um die Potenziale von Gesundheits-Apps auszuschöpfen und Anwendungen mit echtem Patientennutzen zu etablieren. Die Versorgungsforschung sollte mit Blick auf Nutzen und Risiken intensiviert und Verfahren zum Transfer von Innovationen in die Regelversorgung entwickelt werden. In einem Folgeprojekt arbeitet die Stiftung derzeit an Vorschlägen für diese Verfahren.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

Digital-Health-Anwendungen für Bürger
Kontext, Typologie und Relevanz aus Public-Health-Perspektive
Download PDF
Health apps
A powerful – but underutilized – patient empowerment tool
Download PDF
Der digitale Patient
Wir wollen dazu beitragen, dass Technologien in den Dienst der Gesundheit gestellt werden. Ziel neuer digitaler Entwicklungen sollte immer der größtmögliche Patientennutzen sein.
Website
Digital-Health-Anwendungen im Versorgungsalltag
Bildergalerie
www.gesundheitsmonitor.de/
www.weisse-liste.de

Gesundheit aktuell

Ob Videos, regelmäßige Publikationen, Veranstaltungen oder Bücher – Gesundheit ist ein wichtiges Thema, gerade in Zeiten von demographischem Wandel und Digitalisierung.

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AUTOR: Tanja Breukelchen
BILDNACHWEIS: Pixtal

Die Menschen werden immer älter. Und die Digitalisierung schreitet voran. Genau das könnte eine große Erleichterung für viele Alte und Kranke sein, beschreibt das „Spotlight Gesundheit“ der Bertelsmann Stiftung zum Thema Video-Sprechstunden. Darin wird erklärt, dass der Bedarf nach dieser Form des Arztkontakts groß ist. Fast jeder zweite Patient würde eine Video-Sprechstunde beim Haus- oder Facharzt nutzen.

Aktuelle Themen aus Gesundheitsversorgung und Gesundheitspolitik spielen auch in den anderen Ausgaben des Spotlight Gesundheit eine Rolle – ob aus dem Projekt „Faktencheck Gesundheit“, dem Projekt „Pflege vor Ort“ oder aus dem Kontext „Integrierte Krankenversicherung“. Eine aktuelle Ausgabe beschäftigt sich etwa mit „Choosing Wisely“, einer internationalen Kampagne zur Reduktion von Überversorgung in der Medizin.

PUBLIKATIONEN

Faktencheck Gesundheit
Medizinische Versorgung auf dem Prüfstand Der Faktencheck Gesundheit liefert Daten und Fakten zum Gesundheitswesen, denn gut informiert können Patienten bessere Entscheidungen treffen.
https://faktencheck-gesundheit.de
Video-Sprechstunde
Diese Ausgabe des SPOTLIGHT Gesundheit befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen von Video-Sprechstunden in der ambulanten Gesundheitsversorgung. Basis sind eine Analyse internationaler Quellen, eine Befragung von Experten sowie eine repräsentative Bevölkerungsbefragung.
Download PDF

Internet sichert Teilhabe

AUTOREN: Tanja Breukelchen
BILDNACHWEIS: Technische Fakultät der Uni Bielefeld, Barbara Proschak und Frank Hegel

Die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse ist verfassungsmäßig festgeschrieben. Doch dieser hohe Anspruch kann in vielen Regionen längst nicht mehr erfüllt werden. So profitiert der städtische Raum etwa vom Anschluss ans schnelle Internet, während viele ländliche Gebiete davon regelrecht abgeschnitten sind; einzelnen Bevölkerungsgruppen geht es – geografieunabhängig – ähnlich. Der Riss, der durch Deutschland geht, wird jeden Tag tiefer.

Digitale Innovationen eröffnen auf der Seite der technischen Infrastruktur mehr Optionen und federn dadurch negative Folgen der demographischen Entwicklung ab. Auch sind sie der Grundstein für mehr Teilhabe …

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… und Chancengerechtigkeit. Nur wer einen schnellen Internetzugang hat, kann auch die Möglichkeiten nutzen, die damit verbunden sind. Darum gehört die flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigem Internet ganz nach oben auf der politischen Agenda, nicht zuletzt auch mit Blick auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Das Projekt Smart Country der Bertelsmann Stiftung will hier Hilfestellung leisten.

Der Roboterkopf „Flobi“ wurde von der technischen Fakultät der Universität Bielefeld entwickelt, um in Zukunft in Haushalts- und Betreuungskontexten als sozialer und interaktiver Roboter eingesetzt werden zu können.

Die Zukunft digital denken

Daneben gilt es, Zukunft digital zu denken und im ländlichen Raum in Form von realen Anwendungsoptionen zu konkretisieren, damit er mit seinen Bewohnern und Unternehmen am Leben erhalten und weiterentwickelt werden kann.Die zentrale Frage ist, wie Teilhabe ermöglicht und sichergestellt werden kann, ohne weite Teile der Bevölkerung abzuhängen. Die Megatrends demographischer Wandel und Digitalisierung machen insbesondere vor der Arbeitswelt nicht Halt. Hier werden die gravierenden Veränderungen besonders deutlich. Um den Anschluss nicht zu verpassen, müssen sich die Gegebenheiten vor Ort dieser neuen Formen der Arbeit und der Wertschöpfung anpassen. Was genau verändert sich und wie kann dieser Wandel gelingen?

Das Wissen der Vielen

Politik und Verwaltung sind ganz besonders aufgerufen, den digitalen Wandel mitzugestalten. Dafür müssen die Handlungs- und Entscheidungsprozesse hin zu Transparenz und Beteiligung verändert werden. Moderne Informations- und Kommunikationstechnologie kann dabei helfen – und das Wissen der Vielen. Der Zugang zu Informationen und die Kompetenz, diesen Zugang zu organisieren, sind zentral für die Teilhabe in unserer Gesellschaft. Neue, digitale Formen der Wissens- und Informationsvermittlung ermöglichen die Partizipation von Menschen, die bisher sozial und regional benachteiligt sind. Das ist ein hohes Ziel und eine gesamtgesellschaftlich große Baustelle. Viele soziale Gruppen aber verabschieden sich aus dieser Teilhabe – teils, weil sie sozial benachteiligt sind und teils, weil sie sich nicht mehr angesprochen fühlen.

Insbesondere die Menschen in den Regionen und Räumen, die nicht von der Sogkraft der großen Städte oder Ballungsgebiete profitieren, haben es schwer, den Anschluss nicht zu verpassen. Der Einsatz von digitaler Technologie ist dabei immer nur als Unterstützung anzusehen. Im Zentrum aller Entwicklungen stehen der Mensch und das Aufrechterhalten eines hohen Lebens-, Arbeits- und Wohnstandards in der Region sowie die Möglichkeit der wettbewerbsfähigen wirtschaftlichen Betätigung.

„Die neuen digitalen Angebote geben Patienten die Möglichkeit, kompetenter und selbstbestimmter zu agieren – ob durch individuell zugeschnittene Informationen und Entscheidungshilfen, den Austausch mit anderen Betroffenen oder durch selbst gesteuerte Therapien, etwa in Form von Online-Kursen.“
Marco Maas, Journalist

Chancen für Gesundheit und Pflege

Der Zugang zu angemessener medizinischer und pflegerischer Versorgung ist flächendeckend schwerer aufrechtzuerhalten. Diese Entwicklung gewinnt besondere Bedeutung im Hinblick auf unsere stark alternde Gesellschaft. Der Einsatz von digitaler Technik wie Telemedizin und Robotik ermöglicht das längere autonome Verbleiben in den eigenen vier Wänden sowie niedrigschwellige Zugänge zu Gesundheits- und Pflegeleistungen. So kann auch eine Entlastung der Volkswirtschaft erfolgen. Es werden Modelle der pflegerischen Unterstützung durch Roboter etabliert, telemedizinische Angebote verstärkt angewendet und sensoren- und technikgestütztes Wohnen und Leben ausgebaut.

„Natürlich gibt es eine große Vorsicht, weil es Maschinen sind, die sich um Menschen kümmern“, sagt Dr. Bernd Holtwick, Leiter der Ausstellungen DASA, über den Einsatz von Robotern in der Pflege. In Japan beispielsweise werde ihr Einsatz sehr viel unbefangener gesehen. „Wir werden Vorbehalte abbauen in den nächsten Jahren“, prophezeit er. Roboter könnten bestimmte Funktionen des Menschen in der Pflege übernehmen. „Aber ganz grundsätzlich wird es nicht so sein, dass wir auf Menschen verzichten können. Dazu ist Pflege auch ein zu komplexer Vorgang, der sich nicht auf bestimmte Handreichungen reduzieren lässt.“

Vieles wird möglich sein, betont auch der Journalist und Digitalisierungsexperte Marco Maas im aktuellen Strategiemagazin „change“ der Bertelsmann Stiftung: „ „Klar ist aber auch, dass wir dafür einen möglichst transparenten und einfachen Dialog benötigen, den auch Menschen ohne Informatik- oder Jurastudium verstehen. Wir brauchen also eine gesamtgesellschaftliche Debatte darüber, welche Daten für die Gesamtheit wichtig sind und was besser privat bleiben sollte.“

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

Smart Country
Interview mit Dr. Bernd Holtwick
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Smart Country
Plakat ansehen
Das Smart Country entdecken
Wie intelligente Technik und Vernetzung unser aller Leben verbessern können: in der Pflege, im Arbeitsleben, im Gesundheitswesen, in Politik und Bildung.
www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/smart-country/smart-country/

Zertifizierte Qualität im Gesundheitswesen

Mit der Stiftung Praxissiegel haben Bertelsmann Stiftung und der Verein TOPAS Germany eine unabhängige Institution ins Leben gerufen, die das Qualitätsmanagement in Arztpraxen zertifiziert.

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BILDNACHWEIS: Archiv Bertelsmann Stiftung

Die Bertelsmann Stiftung und der Verein TOPAS Germany haben 2004 gemeinsam die Stiftung Praxissiegel e.V. als neutrale Institution für mehr Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen geschaffen. Sie akkreditiert Qualitätsmanagement-Verfahren, renommierte Dienstleister sowie unabhängige Praxis-Visitoren. Zudem vergibt der Verein ein drei Jahre gültiges Zertifikat an Arztpraxen, die ein anerkanntes Qualitätsmanagement-System anwenden und dem von der Stiftung definierten Qualitätsstandard genügen.

Dieses „Praxissiegel“ ist eines der wenigen unabhängigen und verlässlichen Qualitätszeichen im Gesundheitswesen.

Der Ursprung: Mit der Verleihung des Carl-Bertelsmann-Preises 2000 zum Thema „Reformen im Gesundheitswesen“ machte die Bertelsmann Stiftung schon früh auf einen vielversprechenden Reformansatz in den Niederlanden aufmerksam – Hausarztpraxen werden dort anhand objektiver Indikatoren evaluiert und erhalten konkrete Verbesserungsoptionen an die Hand. Das holländische „Visitatie“-Modell überzeugte insbesondere im Hinblick auf seine Praktikabilität und die günstige Kosten-Nutzen-Relation. In einem internationalen Projekt wurde das holländische Modell der Praxisvisitationen weiterentwickelt und den Bedingungen verschiedener Gesundheitssysteme angepasst.

2013 hat die Bertelsmann Stiftung ihre Trägerschaft von Stiftung Praxissiegel an das AQUA-Institut übergeben. Ihr Engagement für mehr Qualitätsorientierung im ambulanten Bereiche führt die Stiftung weiter – über Projekte wie die WEISSE LISTE oder Aktivitäten rund um das Thema der gemeinsamen Entscheidungsfindung von Arzt und Patient.

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